Du hast bestimmt schon mal von Bonanza gehört. Oder von Raucher Bein. Das sind die Namen, die jeder nennt, wenn es um klassische Western-Serien geht. Aber da draußen schlummern noch jede Menge andere Perlen. Serien, die in den Siebzigern und Achtzigern liefen und heute fast vergessen sind. Warum? Weil Streaming-Dienste lieber immer wieder dieselben Hits hochspülen.
Wenn du dich durch alte TV-Zeitschriften oder Foren wühlst, stößt du auf wahre Schätze. Ein guter Ausgangspunkt ist Wilder Westen, wo sich Fans genau mit diesem Thema beschäftigen. Dort findest du Diskussionen über Serien, die du sonst nirgendwo findest.
Darf man überhaupt noch Western schauen?
Viele Leute stellen diese Frage heute kritisch. Und sie haben recht damit, dass sie hinsehen. Alte Western zeigen oft ein verzerrtes Bild von Native Americans. Die Bösewichte trugen fast immer braune Haut oder sprachen gebrochenes Englisch.
Aber deshalb diese Serien komplett zu verbannen? Ich sage nein. Man muss sie im Kontext sehen. Die Macher der Sechzigerjahre dachten anders als wir heute. Wenn du das weißt und beim Schauen reflektierst, darfst du diese Filme sehr wohl genießen.
Drei unterschätzte Serien aus den Siebzigern
Hier kommt eine Liste mit Western-Serien, die viel zu wenig Beachtung bekommen:
- Cimarron Strip (1967-1968) mit Stuart Whitman als US Marshal Jim Crown in 23 Folgen voller Gaststars
- The Outcasts (1968-1969) zeigte das ungewöhnliche Duo eines Ex-Konföderierten und eines Ex-Sklaven nach dem Bürgerkrieg
- Hec Ramsey (1972-1974) brachte Richard Boone als alternden Revolverhelden, der jetzt als Detektiv arbeitete
Schauspieler zweiter Reihe verdienen Aufmerksamkeit
Jede West-Serie hatte sie: Charakterdarsteller ohne großes Rampenlicht aber mit riesigem Talent.
Harry Carey Jr., Jack Elam oder Strother Martin spielten oft Nebenrollen in Filmen wie Rio Bravo oder Die glorreichen Sieben.
Diese Männer prägten das Genre mehr als manche Hauptdarsteller.
Sie gaben ihren Figuren Tiefe trotz weniger Szenenzeiten.
Nimm zum Beispiel Denver Pyle Der spielte den Onkel Jesse in Ein Duke kommt selten allein klar aber er steckte vorher schon in Dutzenden Rollen als Richter Sheriff oder Trapper Sein Gesicht allein erzählte Geschichten
Solche Karrieren lassen sich wunderbar nachverfolgen besonders wenn man Zugriff auf komplette Filmographien hat
Kleine Sender bewahren vergessene Stoffe
Kommerzielle Anbieter wie Netflix konzentrieren sich auf Blockbuster Das verstehe ich auch niemand will tausende Euro für Rechte an Nischenserien ausgeben Aber kleine Anbieter tun genau das Private Archive digitale Projekte ehrenamtliche Plattformen pflegen Wissen das sonst verloren ginge
Diese Arbeit bedeutet Aufwand Wer eine Folge digitalisiert muss Ton Bildrechte und Untertitel klären Das ist kein Sonntagsspaß
Trotzdem schaffen es Liebhaber immer wieder Material öffentlich zugänglich zu machen Dafür verdienen sie Dank statt Schulterklopfen sollten wir ihnen durch aktive Nutzung helfen Je öfter solche Angebote angeklickt werden desto eher investieren Betreiber in neue Inhalte
Von der Leinwand ins Wohnzimmer ein Wandel der Gewohnheiten
In den Fünfzigern saßen Millionen Familien gemeinsam vor einer Röhre Alle schauten zur gleichen Zeit denselben Cowboy Held Heute streamt jeder für sich allein auf seinem Handy Das ändert wie wir Geschichten konsumieren
Serielle Erzählformen waren damals revolutionär Raucher Beinfuß folgte dem Schema Episodengeschichten mit leichtem Erinnerungsfaden Zwischen Wiedererkennen frischer Spannung Wer heute Binge Watching praktiziert macht eigentlich nichts anderes als das Prinzip nur verdichtet durchzuspielen
Glaubst Du eigentlich dass Streaming Fluch Seg zugleich Ja beide Seiten haben Recht Ohne Internet hätten wir Cimarron District nie gesehen Auf anderen Seite zwingt Algorithmus uns zurück Bekanntes Man muss selbst aktiv werden bewusst nach Neuem Altem suchen Genau dafür braucht es Communitys Foren Blogs die jenseits Mainstream agieren Dort triffst Du Leute teilen Leidenschaft nicht nur Konsumhaltung Lass Dich überraschen was dort alles wartet.